| Einleitung: Digitale Bildbearbeitung |
Aus dem breiten Bereich der digitalen Bildbearbeitung möchte ich hier nur einige - aber dafür wichtige Themen - herausgreifen, die Ihnen den Umgang mit digitalen Bildern und Fotos leichter machen sollen.
Seit es immer preiswerter geworden ist - auch für den kleineren Geldbeutel - in die digitale Fotografie einzusteigen, hat die Zahl der "digitalen" Fotografen rapide zugenommen. Damit einher geht die Freude, die eigenen Bilder nicht nur am Computer zu betrachten, sondern diese Bilder mit einem entsprechenden Bildbearbeitungsprogramm zu verbessern, zu modifizieren oder bis zur Unkenntlichkeit derart zu bearbeiten, dass man schließlich ein völlig neues Bild erhält. Im Laufe der Jahre hat sich auch meine Leidenschaft derart weiterentwickelt, dass ich mich mittlerweile als Semiprofi bezeichnen möchte. Doch bis dahin war es ein weiter Weg, auf dem ich eigentlich nicht nur durch Fachliteratur und ähnliches mein Wissen aufbaute, sondern dadurch, immer wieder selbst etwas neues auszuprobieren. Denn aus den Fehlern habe ich am meisten gelernt.
Im Folgenden finden Sie einige Stichpunkte, die man unbedingt beachten sollte.
Die Bildgröße
Die Bildauflösung
Das Bildformat
Die Bildeingabe (Camera, Scanner)
Die Bildausgabe (Drucker, Speichermedien)
Bilder im Internet
Die Bildgröße
Mit Bildgröße ist hier die Anzahl der Bildpunkte (Pixel) gemeint. Die Anzahl der Pixel ist entscheidend für die Größe und Qualität eines Bildes, das entweder am Bildschirm gezeigt oder auf Papier ausgedruckt werden soll. Ein 15-Zoll Monitor hat im allgemeinen eine Auflösung von 800x600 (480 000) Bildpunkten, ein 17-Zoll Monitor meistens 1024x768 (786 432) Bildpunkte. Heutige (bezahlbare) digitale Kameras haben mittlerweile eine Auflösung von über 8 Millionen Pixel. Das reicht aus, um ein Bild in akzeptabler Qualität im DIN A3-Format auf einem guten Drucker auszudrucken - ist aber viel zu groß, um das gesamte Bild am Monitor betrachten zu können.
Die Bildauflösung
Bei der Bildauflösung machen Hobbybildbearbeiter wohl den größten Fehler. Sicher haben Sie die Bezeichnung "dpi" schon irgendwo einmal gelesen. "dpi" ist die Abkürzung für "dots per inch" und heißt auf deutsch "Punkte pro Zoll". Die Auflösung eines Monitors beträgt z.B. 72 dpi. Ein Scanner liest Bilder mit einer Auflösung von in der Regel bis zu 600 dpi (optisch) ein. Ein Foto oder Bild, das Sie auf Ihrem Drucker ausgeben möchten, sollte eine Auflösung von ca. 200 dpi haben und eine Schwarz-Weiß-Reinzeichnung muss eine Auflösung von mindestens 300 dpi haben.
Hier ein Beispiel für ein 400x300 Pixel großes Bild, das auf einem Drucker ausgedruckt werden soll:
Hat dieses Bild z.B. eine Auflösung von 72 dpi, so wird es ausgedruckt in einer Größe von ca. 14 x 10,5 cm. Auf dem Monitor sieht dieses Bild wohl recht ordentlich aus, aber auf dem Papier werden Sie deutlich eine pixelige Unschärfe feststellen. Erhöhen wir nun die Auflösung des Bildes auf 200 dpi (unter Beibehaltung der Dateigröße !!), werden Sie am Monitor keinen Unterschied feststellen, aber ausgedruckt wird dieses Bild dann nur noch ca. 5x3,8 cm groß sein - dafür aber gibt es keinen Qualitätsverlust zu sehen. Verändert man die Auflösung eines Bildes, ist unbedingt darauf zu achten, dass die Dateigröße nicht mit verändert wird. In diesem Fall würde eine Erhöhung der Auflösung lediglich eine Vergrößerung des Bildes mit einhergehender Verschlechterung der Bildqualität bedeuten.
Das Bildformat
Das Bildformat (Dateiformat) hat in zweierlei Hinsicht Bedeutung.
Zum Einen gibt es Dateiformate, die die Bilddaten komprimieren (z.B. jpg), oder in ihrer farblichen Auflösung einschränken (z.B. gif) was logischerweise auch einen Qualitätsverlust mit sich bringt oder unkomprimiert (z.B. tiff) durchaus Megabytes auf Ihrer Festplatte belegen. Zum Zweiten muss man wissen, wo und zu welchem Zweck man bestimmte Dateiformate verwenden kann. Es macht z.B. keinen Sinn, einem Freund ein Bild im Corel eigenen .cpt-Format zukommen zu lassen, wenn dieser das Bild nicht öffnen kann. Weitere Erklärungen zu den verschiedenen Dateiformaten finden sie unter den Punkten Die Bildausgabe und Bilder im Internet.
Die Bildeingabe
Befassen wir uns zunächst mit der Bildeingabe mittels eines Scanners. Ein handelsüblicher Scanner ist heutzutage in der Lage, eine Vorlage mit mindestens 600 dpi in ansprechender Qualität einzuscannen. Eine 8x6 cm kleine farbige Vorlage würde allerdings schon eine Datei von ca. 7,5 MB erzeugen, was so manchen Rechner bei der späteren Bearbeitung schon ins Schwitzen bringen kann. Hier muss man also ein wenig auf seine Rechnerleistung achten. Eine Schwarz-Weiß-Vorlage (etwa ein Zeugnis), muss (als schwarz-weiß-Bild) mit einer Auflösung von 300 dpi (ppi) eingescannt werden, damit man bei einem Ausdruck dieses Bildes keine pixeligen Ränder sehen kann. Außerdem ist die Auflösung von 300 dpi ein Muss für eingescannte Texte, die in einer OCR-Software weiter verarbeitet werden kann.
Die zweite Möglichkeit, Bilder auf seinem Rechner zu bekommen, ist der Einsatz einer Digitalkamera. Ich kann Ihnen hier keinen Testbericht für die unzähligen Digitalkameras darbieten - diese gibt es in einschlägigen Fachzeitschriften. Ihre Entscheidung für den Kauf einer Kamera hängt im wesentlichen von Ihrem Geldbeutel ab und für welchen Zweck Sie eine solche Kamera einsetzen möchten. Das wichtigste Kriterium ist neben der Qualität der Bilder nun einmal die Bildauflösung. Ganz einfach gesagt - um so teurer, desto besser.
Die Bildausgabe
Wichtigstes Ausgabemedium für Ihre Bilder und Fotos ist der Drucker. Auch hier bleibt es Ihnen überlassen, welcher Drucktechnologie Sie den Vorzug geben. Entscheidender als der Druckertyp (Inkjet, Laser etc.) ist oft das zu bedruckende Medium Papier. Achten Sie beim Ausdruck von Fotos unbedingt auf die Qualität des Papiers. Eventuell sollten Sie mehrere Sorten testen und vergleichen Sie dann die Ergebnisse.
Hier noch einmal zur Wiederholung gesagt:
Farbige Fotos sollten mit einer Auflösung von ca. 200 dpi ausgedruckt werden (Druckvorstufe 300 dpi)
Schwarz-Weiß-Vorlagen mit einer Auflösung von 300 dpi (Druckvorstufe 600 dpi)
Fotoähnliche Vorlagen in einem nicht komprimierten Format abspeichern (tiff, cpt, psd etc.)
Sollten Sie beabsichtigen, Ihre Bildvorlagen von einer professionellen Druckerei verarbeiten zu lassen, so sprechen Sie sich vorher mit der Druckerei bezüglich des Dateiformates und des Speichermediums ab.
Wenn Sie
allerdings Ihre Fotos bei einem professionellen Bilderdienst (ALDI, Schlecker
etc.) belichten lassen möchten, sollten Sie sich über die tatsächlichen Papiermaße informieren, denn
diese stimmen nicht immer mit den angegeben Fotomaßen überein. Eine kleine Hilfe
kann Ihnen in diesem Fall diese kleine Übersicht im PDF-Format sein: (Zum
Download Bild klicken)

Bilder im Internet
Immer wieder fallen mir einige Fehler mit Bildern auf Internetseiten auf, in Bezug auf Größe und Qualität.
Ich staunte nicht schlecht, als ich eine Homepage besuchte und erhebliche Zeit brauchte (noch zu ISDN-Zeiten), bis die Startseite geladen war. Grund dafür war ein gerade mal 500x230 Pixel großes Bild, das eine Dateigröße von über 300 kb hatte. Als ich mir dieses Bild auf meinen Rechner geladen hatte, stellte sich heraus, dass dieses Bild in Wirklichkeit 4 mal so groß war. Die Erklärung ist relativ einfach: Das Bild wurde im Quellcode der Internetseite kleiner dargestellt als es in Wirklichkeit ist, was das Bild zwar in der angegeben Größe erscheinen lässt, aber leider die (zu große) Dateigröße beibehält.
Ein weiterer häufiger Fehler ist die Darstellung von Fotos im .gif-Format. Grundsätzlich sollten Fotos im .jpg-Format erstellt werden, da diese komfortabler komprimiert werden und nicht so körnig erscheinen. Entscheidender Vorteil von grafischen Objekten im .gif-Format ist, dass sie zwar nur aus maximal 256 Farben bestehen, dafür aber unkomprimiert sind und somit keine Qualitätsverluste mit sich bringen. Weiterhin können Sie eine Transparenzfarbe bestimmen (dadurch können Sie Grafiken in allen möglichen Formen darstellen) oder mit einem entsprechenden Programm animierte .gif-Bilder erzeugen.